Montag, 2. November 2009

Mein Sohn

Ich habe (soweit ich weiß) keine eigenen Kinder.
Meistens finde ich das sehr bedauerlich, da ich der Meinung bin, das Größte, was man im Normalfall schaffen kann, ist es, einem jungen Menschen die Voraussetzungen für ein gutes Leben zu schaffen.

Manchmal aber, bin ich heilfroh, dass ich nicht Vater geworden bin.

So auch im Moment.

Ich lese gerade wieder voller Unverständnis, welcher Irrsinn in Afghanistan passiert.
Da ist dieser nett gekleidete Staatspräsident Hamid Karzai, der gerade mit Hilfe massiver Wahlfälschung die Präsidentschaftswahlen gewonnen hat.
Nach hartnäckigem Druck der Opposition wurde dann das Wahlergebnis endlich so weit korrigiert, das es notwendig wurde, eine Stichwahl durchzuführen.
Nun ist der Oppositionsführer aber der Meinung, dass auch bei dieser Stichwahl wieder die Voraussetzungen für eine faire Wahl nicht gegeben sind und kündigt an, zu dieser Stichwahl nicht anzutreten.
Der freundliche Wahlfälscher Hamid Karzai wiederum, möchte aber trotzdem (oder erst recht?) die Stichwahl durchführen. Schließlich ist es wichtig, dass die Afghanen nach Recht und Gesetz die Wahl zwischen ihm und ähm, ja also, ihm haben.
Soweit noch alles verstanden?
Nun meldet sich die UNO und Vertreter aller möglichen Staaten bei dem netten Herrn Hamid Karzai und erklären ihm, dass das ja nun völliger Unsinn ist, da eine Stichwahl mit nur einem Kandidaten gar nicht funktioniert.
Das hat er dann auch eingesehen.
Und so wurde heute die Stichwahl abgesagt und der gut gekleidete Hamid Karzai ist nun also, zwar durch Wahlmanipulation, aber "rechtmäßig" für die nächsten Jahre Staatspräsident in Afghanistan.

Was hat das denn nun mit meinen Kindern zu tun, die ich nicht habe, wird sich der geneigte Leser vielleicht fragen.

Nun, wenn ich mir vorstelle, ich hätte einen Sohn, der heute so um die zwanzig Jahre alt wäre und der hätte sich, weil er vielleicht keine vernünftige Arbeit gefunden hat, bei der Bundeswehr verpflichtet und der müsste jetzt diesen ganzen Irrsinn der dort passiert mit seinem Leben verteidigen...

Dann bin ich froh, dass der Junge nicht geboren ist.