Samstag, 6. April 2013

Leave me alone, oder R.I.P. Michael Jackson

Obwohl sich ein Vergleich zwischen Prince und Michael Jackson ja eigentlich verbietet, weil die Beiden ja nun doch künstlerisch recht unterschiedliche Wege gegangen sind, gibt es ja bekanntlich ein paar Schnittstellen, an denen das Schicksal die Beiden zusammengeführt hat.

Neben der vermutlich bekannten Geschichte rund um "Bad" gibt es ausgerechnet beim tragischen Tod von Michael Jackson wieder einige Verbindungen.

Aktuell geht die Nachricht durch die Medien, das Prince als Zeuge in einem Prozess auftreten soll, den die Familie Jackson, gegen den Konzertveranstalter AEG führt.

AEG (Anschutz Entertainment Group) war der Veranstalter der geplanten "This is it" Tour, bei der Michael Jackson letztlich fünfzig mal in der O2 Arena in London auftreten sollte.
Beworben wurde die Show mit den Worten: "The biggest audience ever to see an artist in one city", "The most amount of people to attend a series of arena shows".

Diesen Rekord hatte bis dahin jemand anders inne: Prince, der zwei Jahre zuvor 21 mal in der selben Arena aufgetreten war. Veranstaltet übrigens auch durch die AEG.
Ob diese 21 Shows nun der Grund waren, das Jackson & die AEG aus den ursprünglichen geplanten zehn Shows dann fünfzig machten, wissen wohl nur die Beteiligten.

Jedenfalls gibt die Familie Jackson der Firma AEG nun die Schuld am Tode von Michael Jackson. Sie hätten ohne Rücksicht auf den Gesundheitszustand Michael Jackson zu diesem extrem anstrengendem Konzertmarathon gedrängt.
Und Prince soll, da er mit der AEG selber schlechte Erfahrungen gesammelt hat, gegen die Agentur aussagen. So wünscht es die Familie Jackson.

Meine Meinung dazu?

AEG ist ein knallharter Player im Haifischbecken der Entertainmentindustrie. Das ist kein Geheimnis. Erst recht nicht bei den Künstlern, die sich auf einen Deal mit dieser Firma einlassen.
In wie weit so eine Firma verantwortlich ist für die Schäden, die ihre Veranstaltungen bei den Beteiligten verursachen, kann man sicher diskutieren.
Dabei sollte man aber bedenken, dass die Grundlage für die Verbindung zwischen Veranstalter und Künstler ein Vertrag ist.
Ein Vertrag, der also von beiden Seiten unterschrieben wird. 

Was mir im Falle Jackson vs. AEG allerdings richtig bitter aufstößt, ist die Rolle der Familie Jackson:

Die klagen also angeblich auf Schadensersatz in Höhe von bis zu 31 Milliarden Dollar!
31 Milliarden Dollar, die durch den Tod von Michael Jackson nicht mehr eingenommen werden können.

Die Geldgier von AEG ist also Schuld am Tod von Michael Jackson...

Was aber ist mit der Geldgier der Familie Jackson?

Wo war die Familie, als Michael Jackson noch lebte? Der Gesundheitszustand ihres "Goldjungen" kann der Familie doch nicht entgangen sein?



Dieser Prozess ist ein weiterer Meilenstein in der tragischen "Michael Jackson Story"
Ein extrem talentierter Performer, der der Welt einige sensationelle Songs abgeliefert hat, der aber an irgendeinem Punkt seines Lebens völlig falsch abgebogen ist.

Ich habe Prince immer dafür bewundert, dass er in erster Linie seine eigene künstlerische Linie vertreten hat und den kommerziellen Erfolg dahinter gestellt hat. Es gibt genügend Entscheidungen von Prince, die unter Marketing-Aspekten eine einzige Katastrophe waren. Als Beispiel sei hier nur die Namensänderung in den 90'er Jahren genannt.


Bei Michael Jackson wirkte das leider anders. Nachdem er 1982 mit "Thriller" das erfolgreichste Album aller Zeiten veröffentlicht hat, schien er zu versuchen "schneller, höher, weiter", immer ganz vorne zu sein.

Das dieses Streben letztlich für seinen Tod mitverantwortlich war, kann wohl niemand bestreiten.


Ich finde, es ist endlich Zeit, Michael Jackson die Ruhe und den Frieden zu geben, den er zu Lebzeiten wohl nicht hatte.


R.I.P. MICHAEL JACKSON

Dies sollte auch die Familie Jackson beachten.

Prince wird wohl, nach neusten Meldungen, nicht bei dem Prozess aussagen. Das ist gut und richtig,

Gutzuwissen